"Finanzwissen macht Schule" Jahrestreffen des Netzwerks Finanzkompetenz NRW

(02.02.16)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "Finanzwissen macht Schule" Jahrestreffen des Netzwerks Finanzkompetenz NRW. Foto: K. Haver, NUA

Unter dem Motto "Finanzwissen macht Schule" trafen sich zum zweiten Jahrestreffen des Netzwerks Finanzkompetenz NRW vom 20. bis 21. Januar die Mitglieder und interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Hotel „Oberwinter“ in Remagen. An der großen Zahl von 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigte sich das enorme Interesse am Jahrestreffen.

In der schulischen Arbeit wird Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Nordrhein-Westfalen ein immer wichtigeres Querschnittsthema. Dies stellt zugleich einen gewichtigen Ansatzpunkt für die Arbeit des Netzwerks Finanzkompetenz in Schulen dar.
Daher wurden am ersten Tag der Veranstaltung folgende Schwerpunkten nachgegangen: Zusammenhang BNE und ökonomische Bildung, unterrichtlichen Vorgaben zur ökonomischen Bildung in Schulen sowie der Zusammenarbeit der Akteure des Netzwerks mit Schulen.

Jasson Jakovides (Fields Corporate Responsability) stellte einführend die Finanzkompetenz in der Bildung für Nachhaltige Entwicklung zwischen Anspruch und Wirklichkeit dar. BNE hat zum Ziel, Schülerinnen und Schüler zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtigung globaler Aspekte, demokratischer Grundprinzipien und kultureller Vielfalt zu befähigen. Von dieser Zielsetzung ist in 10 Jahren der UN-Weltdekade BNE noch nicht alles erreicht. Gerade das Thema Finanzkompetenz ist gegenwärtig nicht hinreichend in der Bildung verankert und lässt noch Gestaltungsraum in Schulen offen.

Im Anschluss an den Einführungsvortrag wurde der Blick in die Schule gerichtet. Frau Prof. Dr. Birgit Weber (Universität zu Köln) zeigte in ihrem Vortrag was bisher  an Finanzkompetenz als Bestandteil ökonomischer Bildung an nordrhein-westfälischen Schulen in den Lehrplänen verankert ist und vor welchen Herausforderungen Lehrerinnen und Lehrer stehen.
Dabei ging sie vor allem drei Leitfragen nach: Welche finanzielle / ökonomische Bildung wollen wir? Welche curricularen Vorgaben existieren in NRW? Sowie der Frage der Konsumentenbildung - Herausforderungen der Konsum - und finanziellen Bildung  nach und stellte dabei ein Modellprojekt zur Verbraucherbildung  in Schulen vor.  

Als ehemalige Schulleiterin konnte Frau Petra Giebel (NUA NRW) gerade aus ihrer persönlichen Erfahrung effektive Wege für eine Kooperation zwischen Schulen und außerschulischen Partnern vorstellen und dabei aufzeigen welche Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Exemplarisch stellten zwei Mitglieder des Netzwerks Finanzkompetenz NRW ihre Projekte vor, die aufzeigen, wie erfolgreiche Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Partnern gestaltet werden kann.
Frau Jakobsmeyer von der SKM Dortmund stellte ihr Projekt Finance-4-U  mit dem Karl-Schiller Berufskolleg in Dortmund vor. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine AG, bei der Schülerinnen und Schüler zu Jugendfinanzcoaches ausgebildet werden.

Im landesweiten Projekt zur Ökonomischen Bildung von Schülerinnen und Schüler „Schülergenossenschaften – nachhaltig wirtschaften solidarisch handeln“, vorgestellt von Herrn Volker Beckmann, (Westdeutscher Handwerkskammertag e.V.) gründen Schülerinnen und Schüler ihr Unternehmen, kalkulieren dabei eigenständig Preise und vermarkten ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt und erwerben so finanzielle Grundbildung.

Im Fokus des zweiten Tages stand der Austausch der Mitglieder des Netzwerks Finanzkompetenz NRW im Vordergrund.
Mit der Methode „Speed Dating“ wurde den Mitgliedern die Gelegenheit gegeben sich kennen zu lernen indem sie  zeitlich begrenzte Gespräche führten und anschließend durch Platzwechsel  weitere Mitglieder kennen lernten. Ziel des anknüpfenden Galeriegangs, auch bekannt als (Museumsrundgang) war es, unterschiedliche Arbeitsmaterialien/ Anleitungen der Mitglieder im Netzwerk zu den vier Themenfeldern: Schule, Ausbildung, Familien und Was wir noch machen…. kennen zu lernen und sich darüber auszutauschen.

In drei Vorträgen wurden ausgewählte Projekte der Mitglieder ausführlicher vorgestellt.
Frau Claudia Grünbauer (SKM Köln) stellte das Schulprojekt „Art of Budget“ vor. Mit dem Projekt „Art of Budget“ möchte die Schuldnerberatung des SKM Köln neue Wege gehen: Weg von der rein kognitiven Erarbeitung des Themas hin zur künstlerisch praktischen Auseinandersetzung. In einem  Filmprojekt befassten sich Schülerinnen und Schüler der  9. und 10. Klassen mit der Thematik „Geld – Konsum – Schulden – Werte – Normen“.
Frau Daniela Erne (Evang. Gemeinde zu Düren) zeigt u.a. mit der „Bücherbox Finanzkompetenz“ wie Familien Finanzbildung mit ihren Kindern spielerisch einüben können. Dazu zeigte sie in ihrem Vortrag zur Finanzkompetenz in Kitas und Familien ihr Schulungsangebot für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kitas auf.
Vom Diakonischen Werk Köln und Region zeigten Frau Maike Cohrs und Frau Claudia Lautner die Problemlagen von Senioren auf. Mit ihrem Präventionsangebot möchten sie Menschen ab dem Lebensalter 55+ erreichen, mit dem Ziel, durch Informationen und Auseinandersetzung einer Verschul-dung im Alter vorbeugen.

Einen interessanten Abschluss fand das Jahrestreffen mit einem Vortrag von Frau Beate-Bowien-Jansen mit dem Konzept einer finanziellen Grundbildung in der Erwachsenenbildung im Projekt
CurVe.

Der Wunsch des Netzwerkes war es, Sprecherinnen und Sprecher zu wählen, die als Schnittstelle zwischen dem Netzwerk und der NUA agieren. Diesem Wunsch wurde bei dem Jahresreffen nachgekommen. Aufgestellt zur Wahl hatten sich Frau Julia Lütz (Diakonisches Werk Köln und Region) und Herr Hans-Werner Uchner (Freies Bildungswerk Scharnhorst in Dortmund), die einstimmig gewählt wurden.
Im Sprechertandem werden die beiden in ihrer ehrenamtlichen Funktion partnerschaftlich mit der Koordinierungsstelle bei der NUA zusammenarbeiten und dabei u.a. dazu beitragen weitere Mitglieder für das Netzwerk zu gewinnen, Ideen bei der Entwicklung von Materialien einbringen, Vorschläge und Interessen des Netzwerks aufgreifen und an die Koordination herantragen.

Zusammenfassend lässt sich darstellen, dass interessante Vorträge, motivierte und engagierte Zuhörer und Zuhörerinnen für eine angenehme Atmosphäre und effektive Arbeitsergebnisse sorgten und gemeinsame Verabredungen für das Jahr 2016 festlegten.